Kichererbsen sind nährstoffreiche Hülsenfrüchte, die in der mediterranen und orientalischen Küche seit Jahrtausenden verwendet werden. Sie sind reich an Eiweiß, Ballaststoffen und vielseitig einsetzbar – ob als Hummus, im Curry, geröstet als Snack oder in Salaten. Viele Menschen greifen zu Kichererbsen aus der Dose, weil sie unsicher sind, wie man getrocknete Kichererbsen richtig zubereitet. Dabei ist die Zubereitung einfacher als gedacht und getrocknete Kichererbsen schmecken deutlich besser als die Dosenversion.
Die wichtigsten Fragen drehen sich um das Einweichen, die Garzeit und die verschiedenen Zubereitungsmethoden. Muss man Kichererbsen wirklich über Nacht einweichen? Wie lange müssen sie kochen? Und wie bekommt man sie knusprig geröstet? In diesem Artikel zeigen wir Ihnen kompakt, wie Sie Kichererbsen perfekt zubereiten – ob im Topf, Schnellkochtopf oder Backofen.
Die wichtigsten Informationen zur Kichererbsen-Zubereitung im Überblick:
| Zubereitungsart | Einweichzeit | Garzeit |
|---|---|---|
| Topf (eingeweicht) | 8-12 Stunden | 60-90 Minuten |
| Schnellkochtopf | 8-12 Stunden | 15-20 Minuten |
| Ohne Einweichen | – | 2-3 Stunden |
| Backofen (geröstet) | – | 30-40 Minuten bei 200°C |
Muss man Kichererbsen vor dem Kochen einweichen?
Ja, Einweichen ist dringend empfohlen – auch wenn es technisch möglich ist, Kichererbsen ohne Einweichen zu kochen. Das Einweichen verkürzt die Garzeit erheblich, macht die Kichererbsen bekömmlicher und sorgt für eine gleichmäßigere Konsistenz.
Vorteile des Einweichens:
- Garzeit verkürzt sich von 2-3 Stunden auf 60-90 Minuten
- Reduziert blähende Stoffe (Oligosaccharide)
- Kichererbsen werden gleichmäßiger weich
- Verdaulichkeit wird deutlich verbessert
So weichen Sie Kichererbsen ein: Geben Sie die getrockneten Kichererbsen in eine große Schüssel und bedecken Sie sie mit reichlich kaltem Wasser – mindestens das Dreifache der Menge, da sie stark aufquellen. Lassen Sie sie 8-12 Stunden bei Raumtemperatur stehen, idealerweise über Nacht. Nach dem Einweichen haben sich die Kichererbsen etwa verdoppelt.
Schnell-Einweichen: Übergießen Sie die Kichererbsen mit kochendem Wasser und lassen Sie sie 2-3 Stunden stehen. Das funktioniert gut, wenn die Zeit knapp ist.
Wichtig: Schütten Sie das Einweichwasser weg und verwenden Sie frisches Wasser zum Kochen – im Einweichwasser sind die unerwünschten Stoffe gelöst.
Wie kocht man Kichererbsen im Topf?
Das Kochen im normalen Topf ist die klassische Methode für getrocknete Kichererbsen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Spülen Sie die eingeweichten Kichererbsen unter kaltem Wasser ab und geben Sie sie in einen großen Topf. Bedecken Sie sie mit reichlich frischem Wasser – etwa das Dreifache der Kichererbsenmenge. Bringen Sie das Wasser zum Kochen und reduzieren Sie dann die Hitze auf mittlere Stufe. Lassen Sie die Kichererbsen 60-90 Minuten sanft köcheln. Dabei sollten sie immer mit Wasser bedeckt sein – gießen Sie bei Bedarf heißes Wasser nach.
Schäumen Sie zu Beginn entstehenden Schaum ab. Salzen Sie erst 10-15 Minuten vor Ende der Garzeit – zu frühes Salzen macht die Schale hart und verlängert die Garzeit. Die Kichererbsen sind fertig, wenn sie weich sind und sich leicht zerdrücken lassen, aber noch ihre Form behalten.
Gartest: Nehmen Sie eine Kichererbse heraus, lassen Sie sie kurz abkühlen und probieren Sie. Sie sollte weich sein, aber nicht matschig. Die Konsistenz ähnelt gekochten Kartoffeln.
Wie bereitet man Kichererbsen im Schnellkochtopf zu?

Der Schnellkochtopf ist die schnellste Methode für eingeweichte Kichererbsen und spart enorm viel Zeit.
Anleitung für den Schnellkochtopf:
Geben Sie die abgespülten, eingeweichten Kichererbsen mit der dreifachen Menge Wasser in den Schnellkochtopf. Schließen Sie den Deckel und bringen Sie den Topf auf Druck. Kochen Sie die Kichererbsen unter Druck 15-20 Minuten. Nach Ablauf der Zeit nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie den Druck natürlich abfallen – das dauert etwa 10-15 Minuten.
Öffnen Sie erst dann den Deckel und prüfen Sie die Konsistenz. Falls die Kichererbsen noch zu fest sind, können Sie sie ohne Druck weitere 5-10 Minuten nachkochen. Auch hier gilt: Salz erst am Ende hinzufügen.
Zeitersparnis: Mit dem Schnellkochtopf reduzieren Sie die Garzeit um etwa 70% im Vergleich zum normalen Topf. Das ist besonders praktisch, wenn Sie vergessen haben, rechtzeitig einzuweichen.
Wie macht man knusprige geröstete Kichererbsen?
Geröstete Kichererbsen sind ein knuspriger, proteinreicher Snack und eine tolle Ergänzung für Salate oder Bowls.
Zubereitung im Backofen:
Verwenden Sie bereits gekochte oder abgetropfte Kichererbsen aus der Dose. Tupfen Sie sie gründlich mit Küchenpapier trocken – je trockener, desto knuspriger werden sie. Heizen Sie den Backofen auf 200°C vor. Geben Sie die Kichererbsen in eine Schüssel, mischen Sie sie mit 1-2 EL Olivenöl und Gewürzen nach Wahl (Salz, Paprika, Kreuzkümmel, Knoblauchpulver).
Verteilen Sie die Kichererbsen auf einem Backblech mit Backpapier ohne sie zu überlappen. Rösten Sie sie 30-40 Minuten, schütteln Sie das Blech nach 20 Minuten einmal durch. Sie sind fertig, wenn sie goldbraun und knusprig sind. Lassen Sie sie auf dem Blech abkühlen – sie werden beim Abkühlen noch knuspriger.
Wichtig: Die Kichererbsen müssen wirklich trocken sein, sonst werden sie nicht knusprig. Wenn sie aus der Dose kommen, können Sie sie sogar 10 Minuten bei 180°C vorbacken, bevor Sie würzen und weiterrösten.
Wann fügt man Salz beim Kochen von Kichererbsen hinzu?

Salz erst gegen Ende der Garzeit hinzufügen – das ist eine wichtige Regel bei Hülsenfrüchten.
Wenn Sie Kichererbsen von Anfang an in Salzwasser kochen, verhärtet sich die Schale und die Garzeit verlängert sich erheblich. Das Salz behindert das Eindringen von Wasser in die Kichererbse. Fügen Sie Salz daher erst 10-15 Minuten vor Ende der Garzeit hinzu, wenn die Kichererbsen bereits weich sind.
Sie können aber andere Gewürze von Anfang an mitkochen: Lorbeerblätter, Knoblauchzehen oder ein Stück Kombu-Alge (macht sie noch bekömmlicher) sind problemlos. Nur Salz und säurehaltige Zutaten wie Tomaten oder Essig sollten erst am Ende dazu.
Kann man Kichererbsen ohne Einweichen kochen?
Ja, aber es dauert deutlich länger und ist nicht optimal. Wenn Sie das Einweichen vergessen haben oder spontan Kichererbsen kochen möchten, ist es möglich.
Garzeit ohne Einweichen: Rechnen Sie mit 2-3 Stunden Kochzeit im normalen Topf. Spülen Sie die trockenen Kichererbsen ab, geben Sie sie mit reichlich Wasser in einen Topf und bringen Sie alles zum Kochen. Reduzieren Sie die Hitze und lassen Sie sie sanft köcheln, bis sie weich sind. Sie müssen regelmäßig Wasser nachgießen.
Nachteile dieser Methode: Die Kichererbsen werden weniger gleichmäßig gar, die Schalen können platzen und sie bleiben weniger bekömmlich, da die blähenden Stoffe nicht ausgeschwemmt wurden. Außerdem verbrauchen Sie deutlich mehr Energie durch die lange Kochzeit.
Empfehlung: Planen Sie das Einweichen ein oder nutzen Sie im Notfall Kichererbsen aus der Dose.
Wie lange sind gekochte Kichererbsen haltbar?
Gekochte Kichererbsen lassen sich gut auf Vorrat zubereiten und aufbewahren.
Im Kühlschrank: In einem luftdichten Behälter halten sich gekochte Kichererbsen 3-4 Tage. Bewahren Sie sie mit etwas Kochflüssigkeit auf, damit sie nicht austrocknen.
Einfrieren: Gekochte Kichererbsen lassen sich hervorragend einfrieren. Lassen Sie sie zunächst vollständig abkühlen, verteilen Sie sie auf einem Tablett und frieren Sie sie einzeln vor. Dann geben Sie sie in Gefrierbeutel oder -dosen. So eingefrorene Kichererbsen halten 6-8 Monate und können portionsweise entnommen werden.
Tipp: Frieren Sie Kichererbsen in praktischen Portionen ein (z.B. 200g), dann entspricht das etwa einer Dose und Sie können sie direkt für Rezepte verwenden. Sie tauen schnell auf und können sogar gefroren in Suppen oder Eintöpfe gegeben werden.
Welche Gewürze passen zu Kichererbsen?

Kichererbsen haben einen milden, nussigen Eigengeschmack und harmonieren mit vielen Gewürzen.
Orientalisch: Kreuzkümmel, Koriander, Paprika, Kurkuma und Zimt sind klassische Gewürze für Kichererbsen-Currys oder Hummus.
Mediterran: Oregano, Thymian, Rosmarin und Knoblauch passen perfekt zu gerösteten Kichererbsen oder Salaten.
Indisch: Garam Masala, Currypulver, Ingwer und Chili verleihen Kichererbsen intensive Aromen für Currys wie Chana Masala.
Geröstet als Snack: Paprika (geräuchert), Knoblauchpulver, Meersalz oder eine Mischung aus Kreuzkümmel und Cayennepfeffer.
Experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen Gewürzkombinationen – Kichererbsen sind geschmacklich sehr anpassungsfähig.
Als Ergänzung zu Kichererbsen konsultieren Sie unseren Ratgeber zu wie man Tofu zubereitet, der eine andere vielseitige pflanzliche Proteinquelle behandelt.
Welche Gerichte kann man mit Kichererbsen zubereiten?

Hummus (Klassiker): Gekochte Kichererbsen mit Tahini, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl pürieren. Cremig, proteinreich und perfekt als Dip oder Brotaufstrich.
Kichererbsen-Curry: Gekochte Kichererbsen in Tomatensauce mit Kokosmilch, Zwiebeln und Curry-Gewürzen köcheln. Mit Reis oder Naan-Brot servieren.
Falafel: Eingeweichte (aber nicht gekochte!) Kichererbsen mit Kräutern, Zwiebeln und Gewürzen pürieren, formen und frittieren. Knusprig von außen, weich innen.
Salat: Gekochte Kichererbsen mit Tomaten, Gurken, Feta, Olivenöl und Zitrone mischen. Frisch, sättigend und gesund.
Geröstete Kichererbsen: Als knuspriger Snack für zwischendurch oder als Topping für Suppen und Salate.
Kichererbsen zuzubereiten ist einfacher als gedacht: Über Nacht einweichen, mit frischem Wasser 60-90 Minuten kochen und erst am Ende salzen. Diese drei Grundregeln garantieren perfekt gegarte Kichererbsen. Wer Zeit spart möchte, nutzt den Schnellkochtopf und reduziert die Garzeit auf 15-20 Minuten. Gekochte Kichererbsen lassen sich problemlos einfrieren und sind damit perfekt für die Vorratshaltung geeignet.

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